Sportfischerverein Kemmern e.V.

    Am 08.09.2024 findet unser Königsfischen von 7.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt.      Platzauslosung, ab 5.30 Uhr !!!

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Grosse Flussmuschel
(Unio tumidus)

Grosse Flussmuschel, Unio tumidus

Bild © Urheber: G.-U. Tolkiehn, Quelle: Eigenes Werk, Lizenz:CC BY-SA 3.0, (Bild bearbeitet)

Familie : Unionidae-Gattung Unio
Länge: 5 - 10cm / Höhe: 3 - 4cm / Dicke: 2 - 3cm / Alter: mehrere Jahrzente
Laichzeit: Frühjahr - Sommer
Schonzeit: ganzjährig


Kennzeichen

Die Große Flussmuschel hat eine sehr dickwandige Schale mit spitz eiförmigem Umriss und ist ungefähr doppelt so lang wie hoch. Der Unterrand der Schale ist gleichmäßig gerundet (geschwungen). Schale und Schloss sind kräftig, die Hauptzähne sind gut entwickelt dreieckig-keilförmig. Bei der Schalenfärbung überwiegen dunkel (gelb) braune Formen mit auffällig grüner Radiärstrahlung. Die Wirbelregion der Schale ist bei der Großen Flussmuschel mit sehr groben zackig-welligen Runzelfalten bedeckt und bei alten Tieren häufig korrodiert.

Lebensraum und Lebensweise

Die Große Flussmuschel lebt in strömungsarmen Bereichen von Fließgewässern, aber auch in Altwassern, Baggerseen und natürlichen Seen.

Nahrung

Die Große Flussmuchel lebt als Filtrierer. Die Nahrung besteht aus organischen Stoffen und Mikroorganismen.

Fortpflanzung

Die Große Flussmuschel ist getrennt geschlechtlich. Die Befruchtung der Eier in den weiblichen Muscheln erfolgt von Frühjahr bis Sommer. Innerhalb eines Monats entwickeln sich in den weiblichen Muscheln Glochidien (Muschellarven); diese werden von April bis August abgegeben und benötigen für die weitere Entwicklung Fische als Zwischenwirte. Das Wirtsfischspektrum in Oberfranken umfasst Rotauge, Rotfeder, Schleie, Flussbarsch und Dreistachliger Stichling. Das Wachstum der Muschellarven findet meist an den Kiemen, seltener an Flossen oder an der Haut der Wirtsfische statt. Nach Abschluss der Glochidienentwicklung fallen die Jungmuscheln ab und graben sich oberflächlich in den schlammig - sandigen Gewässergrund ein.

Sonstiges

Die Große Flussmuschel gilt in ihrer Form als wenig variabel. Im Obermaingebiet zwischen Hausen und Wiesen dominieren allerdings stark verkürzte und gleichzeitig sehr dickschalige Formen, die auf den ersten Blick an die mediterrane Rhombische Flussmuschel (Potomida littoralis) erinnern.

Gefährdungsstatus

Die Große Flussmuschel ist in Oberfranken nicht gefährdet.
In der Roten Liste Bayerns und Deutschland ist sie als stark gefährdet eingestuft.
Die Große Flussmuschel gilt nach BNatSchG als "besonders geschützt".

Derzeitiges Vorkommen in Oberfranken

Durchgehende und meist auch sehr individuenreiche Vorkommen von Aufgeblasenen Flußmuscheln sind aus dem oberen Maintal zwischen Michelau und Bischberg bekannt. Hier sind die Ufer des Mains, aber auch fast alle bisher untersuchten Altwasser und Baggerseen dicht besiedelt. In Einzelfällen konnten Dichten von mehr als hundert Individuen (Größenklassen 5-10cm; also ohne Jungmuschel) pro Quadratmeter nachgewiesen werden. Oberhalb der Einmündung der Rodach (Kronach) in den Main werden die Vorkommen geringer. Einzelne Tiere konnten flussaufwärts bis Theisau nachgewiesen werden. Vorkommen gibt es auch in der frei fließenden Regnitz (nicht in Rhein-Main-Donau-Kanal) und im Unterlauf der Aisch. In den übrigen Keuperbächen westlich der Regnitz konnte sich die Art offenbar nicht behaupten (Aurach, Reiche, Mittel-, Rauhe Ebrach) und besiedelt nur deren Einmündungsbereiche in die Regnitz.

Quellenangabe

Copyright

©Text: Aus "Fischartenatlas Oberfranken - Eine Beschreibung aller in Oberfranken vorkommenden Fisch-, Krebs- und Muschelarten mit Darstellung ihrer Verbreitungsgebiete sowie der Gefährdungsursachen"
Herausgeber: Dr. R. Klupp, Bezirk Oberfranken, 2. überarbeitete Auflage, Bayreuth 2010.


Bild © Urheber: G.-U. Tolkiehn, Quelle: Eigenes Werk, Lizenz:CC BY-SA 3.0, (Bild bearbeitet)