Sportfischerverein Kemmern e.V.

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Sportfischerverein Kemmern e.V.

Der Hecht
(Esox lucius)

Hecht, Esox lucius

Bild © Adobe Stock_280615875

Familie : Esocidae

In Oberfranken erreichen Hechte eine Länge von ca. 120cm
Laichzeit: März - Mai
Schonzeit: 15.02 bis 30.04 / Schonmaß: 50 cm
Im Sportfischerverein Kemmern wurden Schonzeit und Schonmaß geändert:
Schonzeit: 15.02 bis 31.05 / Schonmaß: 60 cm

Kennzeichen

Der Hecht ist ein faszinierender Raubfisch, der in vielen Gewässern der nördlichen Hemisphäre vorkommt. Er hat einige besondere Kennzeichen, die ihn von anderen Fischen unterscheiden. Hier sind einige davon:
- Der Hecht hat einen langgestreckten, walzenförmigen Körper mit einem langen Kopf und einem fast schnabelförmigen Maul. Er kann bis zu 150 cm lang und über 25 kg schwer werden.
- Der Hecht hat eine variable Färbung, die sich nach seinem Lebensraum richtet. Er ist meist grün-bräunlich mit heller Musterung am Rücken und an den Seiten. Sein Bauch ist weiß.
- Der Hecht hat ein oberständiges Maul mit vielen scharfen Zähnen, die nach hinten gebogen sind. Er kann seine Beute festhalten und in großen Stücken verschlingen. Er hat auch Zähne am Gaumen und an der Zunge.
- Der Hecht hat seine Rücken- und Afterflosse weit nach hinten verlagert, was ihm schnelle und abrupte Bewegungen ermöglicht. Er ist ein geschickter Jäger, der alles frisst, was er erbeuten kann, auch Artgenossen.
- Der Hecht ist ein Standfisch, der sich gerne in Ufernähe oder in Schilfgewässern aufhält. Er bevorzugt Süß- oder Brackwasser mit viel Sauerstoff und Pflanzenbewuchs.
- Der Hecht ist ein Frühjahrslaicher, der seine Eier in flachen Gewässern oder überfluteten Gebieten ablegt. Die Eier haften an Unterwasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach wenigen Wochen und wachsen schnell heran.

Lebensraum und Lebensweise

Der Hecht kommt in stehenden und langsam fließenden Gewässern vor. Er benötigt strukturreiche Ufer und Strukturelemente im Gewässer. In Fließgewässern lauert er außerhalb der Strömung an den Ufern, in Pflanzenbeständen oder unter Totholzstrukturen auf Beute. Hecht jagen auf Sicht und überraschen ihre Beute. Hierzu müssen die Gewässer klar sein. Hechte sind Einzelgänger. Sie bilden Reviere, die umso kleiner sind, je mehr Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Bei dichten Hechtbeständen ist der Kannibalismus die Regel. Hechte regeln somit ihre Bestandsdichte nach der Anzahl der Unterstände. Hechtbrütlinge überleben nur, wenn der pH-Wert in den Gewässern, in denen sie ihre erste Lebenswochen verbringen, den Wert 7,2 nicht überschreitet. Ältere Hechte vertragen ohne weiteres höhere ph-Werte.

Nahrung

Hecht, Esox lucius

Bild ©: Urheber: Jik jik, CC BY-SA 3.0, (Bild bearbeitet)



Der Hecht ist ein Raubfisch, der überwiegend andere Fischarten, wie Rotaugen, Rotfedern, Laube, Hasel und Schleie, erbeutet. Er frisst aber auch junge Wasservögel, Frösche und Kleinsäuger. Hechtbrütlinge ernähren sich in den ersten Lebenstagen von Zooplankton. Sie stellen sich dann aber rasch auf die Jagd nach Kleinkrebsen und Insektenlarven um. Sehr bald werden auch die ersten Fische gefressen.


Fortpflanzung

Die Fortpflanzung vom Hecht ist ein faszinierender Prozess, der von verschiedenen Faktoren wie der Wassertemperatur, dem Laichsubstrat und dem Nahrungsangebot abhängt.
Der Hecht ist ein Frühjahrslaicher, der seine Eier in flachen und bewachsenen Uferzonen oder überschwemmten Wiesen ablegt. Die Eier sind klebrig und haften an den Pflanzen oder dem Boden. Die Weibchen werden von einem oder mehreren Männchen begleitet, die die Eier befruchten.
Die Laichzeit kann sich über mehrere Wochen erstrecken, je nachdem wie viele Eier das Weibchen portionsweise abgibt. Die Anzahl der Eier hängt von der Größe und dem Gesundheitszustand des Weibchens ab und kann bis zu 40.000 pro Kilogramm Körpergewicht betragen. Nach dem Laichvorgang verlassen die Elterntiere die Laichplätze und überlassen die Eier ihrem Schicksal.
Die Eier schlüpfen nach etwa zwei bis vier Wochen, je nach Wassertemperatur. Die Junghechte ernähren sich zunächst von Plankton und später von kleineren Fischen. Sie werden nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und können eine Länge von über einem Meter und ein Gewicht von über 25 Kilogramm erreichen.

Sonstiges

Der Hecht ist ein allgemein bekannter Raubfisch und vor allem ein beliebter Angel- und Speisefisch. Er ist in besonderem Maße geeignet Weißfischbestände wie Rotaugen und Brachsen auf natürliche Weise zu regulieren (Biomanagement). In trüben Gewässern ist der Hecht, der auf Sicht jagt, dem Zander weit unterlegen und wird von diesem verdrängt. Der Hecht wird in vielen Teichwirtschaften produziert. Die Hechte werden als H1 in viele freie Gewässer ausgesetzt.

Gefährdungsstatus

Der Gefährdungsstatus vom Hecht ist nach der Roten Liste der IUCN als "nicht gefährdet" (least concern) eingestuft.
Das bedeutet, dass die Art keine bedeutenden Bedrohungen für ihr Überleben hat. Allerdings sind lokale Populationen durch Lebensraumverlust, Verschmutzung, Überfischung oder invasive Arten gefährdet. Der Erhaltungszustand des Hechts hängt von der Qualität und dem Management seiner Lebensräume ab.
Der Hecht ist in Oberfranken gefährdet, weil Laichplätze fehlen.

Derzeitiges Vorkommen in Oberfranken

Aisch; Aurach; Baunach; Eger (Stastufen); Itz; Main; Mittelebrach; Rauhe Ebrach; Regnitz; Reiche Ebrach; Rhein-Main-Donau-Kanal; Röslau; Rodach (Coburg, Kronach); Roter Main; Sächsische Saale; Selb; Selbitz; Schwesnitz; Trubbach; Weißer Main; Wiesent (Unterlauf); Baggerseen entlang des Mains und der Regnitz; Stauseen Feisnitzspeicher; Förmitzspeicher; Lichtenberger Freizeitsee; Froschgrundsse; Untreusee; Weißenstädter See;

Quellenangabe

Copyright

©Text: Aus "Fischartenatlas Oberfranken - Eine Beschreibung aller in Oberfranken vorkommenden Fisch-, Krebs- und Muschelarten mit Darstellung ihrer Verbreitungsgebiete sowie der Gefährdungsursachen"
Herausgeber: Dr. R. Klupp, Bezirk Oberfranken, 2. überarbeitete Auflage, Bayreuth 2010.


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Bild klein (links) © Urheber: Jik jik, CC BY-SA 3.0, (Bild bearbeitet)