Sportfischerverein Kemmern e.V.

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Sportfischerverein Kemmern e.V.

Mühlkoppe, Groppe, Koppe
(Cottus gobio)

Mühlkoppe, Groppe, Koppe, Cottus gobio

Bild © Piet Spaans, Lizens: CC BY-SA 2.5, (Eigenes Werk)

Familie : Cottidae
In Oberfranken erreichen Mühlkoppen eine Länge von ca. 15 cm
Laichzeit: März - April
Schonzeit: 01.02 bis 30.04 / Schonmaß : keines

Kennzeichen

Fast schuppenloser, keulenförmiger Körper mit großem Kopf, breitem Maul und endständiger Maulspalte. Nur entlang der Seitenlinie sitzen einige Schuppen. Das Maul hat wulstige Lippen. Sie besitzt große Brustflossen, 2 verbundene Rückenflossen, brustständige Bauchflossen und keine Schwimmblase. Die Kiemendeckel besitzen je einen kräftigen Dorn. Die Färbung ist sehr stark vom Wohngewässer abhängig. Meist ist die Oberseite gräulich, ocker oder braun, mit unregelmäßigen Flecken. Die Bauchseite ist heller.

Lebensraum und Lebensweise

Wenig beweglicher Kleinfisch. Sie bewohnt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen mit steinigem bis sandigem Grund. Typischer Begleitfisch der Forellen- und Äschenregion. Die Wassertemperatur sollte 20°C nicht übersteigen. Sie passt sich in der Farbgebung dem Untergrund perfekt an. Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch. Auffällig ist die robbende Fortbewegungsweise auf den kräftigen Brustflossen.
Mühlkoppen sind ein Indikator für saubere, strukturreiche Gewässer.

Nahrung

Insektenlarven, Bachflohkrebse, Fischlaich und –brut.

Fortpflanzung

Oftmals wird die Mühlkoppe schon im zweiten Jahr geschlechtsreif. Zur Laichzeit legt der Rogner die Eier entweder in einer vom Milchner vorbereiteten Laichgrube oder an der Unterseite eines hohlliegenden Steins in Klumpen ab. Der Milchner betreibt Brutpflege.

Sonstiges

Die Mühlkoppe kann mit der Marmorierten Grundel verwechselt werden. Bei dieser sind aber die Bauchflossen zu einer Saugscheibe verwachsen. Im Raum Weismain wird die Mühlkoppe "Kaulhaaz" genannt. Der Kaulhaaz ist Teil der Faschingsumzüge und wird auch als Motiv in der Konditorei verwendet.

Gefährdungsstatus

Die Mühlkoppe ist in Oberfranken gefährdet.
In der Roten Liste gefährdeter Fischarten Bayerns (2021) ist sie als nicht gefährtet aufgeführt.

Derzeitiges Vorkommen in Oberfranken

Derzeit ist die Mühlkoppe in nahezu allen Fließgewässern in Oberfranken nachgewiesen. Besonderheit ist das Vorkommen in der Mauthaustalsperre. Dies ist das einzige Vorkommen der Mühlkoppe in Oberfranken in einem stehenden Gewässer.
Interessanterweise fehlt die Mühlkoppe in den linksseitigen oberfränkischen Zuflüssen der Regnitz, bis auf die Vorkommen bei Burgwindheim.

Quellenangabe

Copyright

©Text: Aus "Fischartenatlas Oberfranken - Eine Beschreibung aller in Oberfranken vorkommenden Fisch-, Krebs- und Muschelarten mit Darstellung ihrer Verbreitungsgebiete sowie der Gefährdungsursachen"
Herausgeber: Dr. R. Klupp, Bezirk Oberfranken, 2. überarbeitete Auflage, Bayreuth 2010.


Bild © Viridiflavus, Lizens: CC BY-SA 3.0, (Eigenes Werk)