Sportfischerverein Kemmern e.V.

!!!  Am Samstag den 06.07.2024 findet unser 3. Arbeitsdienst mit Jahreskartenverkauf für 2024 statt.    von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr !!!

Sportfischerverein Kemmern e.V.

Rotauge, Plötze
(Rutilus rutilus)

Rotauge, Plötze, Rutilus rutilus

Bild © Karelj, (Eigenes Werk), Lizenz: gemeinfrei, Bild bearbeitet

Familie : Cyprinidae
In Oberfranken erreichen Rotaugen eine Länge von ca. 25cm
Laichzeit: April - Juni
Schonzeit: keine / Schonmaß: keines

Kennzeichen

Gestreckter und vom Nahrungsangebot abhängiger mehr oder weniger hochrückiger Körper. Das Maul ist klein und endständig. Die Iris ist gelbrot. Die Rückenflosse beginnt senkrecht über dem Bauchflossenansatz. Die Bauchseite zwischen Bauch- und Afterflosse ist gerundet, nicht gekielt. Die Färbung ist oft silbergrau mit gelblichen Schimmer und grüngrauer Rückenpartie. Große Verwechslungsgefahr mit der Rotfeder.

Lebensraum und Lebensweise

Schwarmfisch, der stehende und langsam fließende Gewässer bewohnt. Das Rotauge ist sehr anpassungsfähig und stellt keine besonderen Ansprüche an Lebensraum und Wasserqualität. Zur Laichzeit entwickelt der Milchner einen leichten Laichausschlag. Das Ablaichen erfolgt in Gruppen im Flachbereich an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen. Nach dem Schlupf heften sich die Larven mit ihren am Kopf befindlichen Klebedrüsen an Substrat fest, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Kreuzungen mit anderen karpfenartigen Fischen wie Rotfeder, Brachse oder Laube sind möglich. Bei ungünstiger Nahrungssituation kommt es zur Massenentwicklung und zum Zwergwuchs. Sie ist ein wichtiger Futterfisch für Raubfische.

Nahrung

Zooplankton, Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven und Wasserpflanzen.

Fortpflanzung

Die laichreifen Tiere bilden Schwärme und legen unter lebhaften Laichspielen ihre Eier an Wasserpflanzen ab. Wenn keine Wasserpflanzen vorhanden sind, werden auch Äste und Gestrüpp als Laichsubstrat angenommen.

Sonstiges

Das Rotauge gehört in den Baggerseen zu den Massenfischarten. Früher war es sogar notwendig, die Bestände durch Biomanagement zu reduzieren. Die gelang entweder durch Förderung der Raubfischbestände oder durch geziehlte Ennahmen. Rotaugen sind schmackhafte, aber grätenreiche Fische. Rotaugen werden immer wieder mit der Rotfeder verwechselt. Bemerkenswert ist, daß in den letzten Jahren die Bestände des Rotauges im Main, im Rhein-Main-Donau-Kanal und auch in Baggerseen erkennbar abnehmen. Dramatische Rückgänge sind in den Großklassen 15-25cm zu verzeichnen. Der Grund dafür ist nicht eindeutig erkennbar. Wahrscheinlich ist der derzeitige Rückgang der Rotaugenbestände unter anderem auch auf den ständigen Fraßdruck durch den Kormoran zurückzuführen.

Gefährdungsstatus

Das Rotauge ist in Oberfranken nicht gefährdet.

Derzeitiges Vorkommen in Oberfranken

Aisch; Aurach; Baunach; Bieberbach; Eger; Helling; Itz; Kösseine; Kreck; Lauter (Baunach); Main; Mittelebrach; Rauhe Ebrach; Regnitz; reiche Ebrach; Rhein-Main-Donau-Kanal; Rodach (Coburg, Kronach); Röslau; Roter Main; Sächsische Saale (unterhalb Hof), Schneybach; Schwesnitz; Selb; Selbitz; Steinach; Trubbach; Truppach; Weißer Main; Wiesent (Unterlauf)) und Stauseen Auensee bei Joditz; Feisnitzspeicher; Förmitzspeicher; Freizeitsee Lichtenberg; Froschgrundsee; Mauthaustalsperre;Tauperlitzer See; Untreusee; Weißenstädter See und Windheimer See sowie in allen Baggerseen im Main- und Regnitztal.

Quellenangabe

Copyright

©Text: Aus "Fischartenatlas Oberfranken - Eine Beschreibung aller in Oberfranken vorkommenden Fisch-, Krebs- und Muschelarten mit Darstellung ihrer Verbreitungsgebiete sowie der Gefährdungsursachen"
Herausgeber: Dr. R. Klupp, Bezirk Oberfranken, 2. überarbeitete Auflage, Bayreuth 2010.


Bild © Karelj, (Eigenes Werk), Lizenz: gemeinfrei, Bild bearbeitet